Wie lernt man/frau das Spielen auf und mit der Gitarre, wenn das Talent fehlt?
Bevor die Frage eine Antwort erhält, gibt es noch eine weitere Frage: Was ist mit Talent gemeint?
- Fingerfertigkeit? Es geht nicht ohne, aber es ist kein Talent. Die motorischen Fähigkeiten sind erlernbar – im Rahmen der anatomischen Grenzen: kleine Hände werden auch durch Training nicht größer.
- Reproduzieren? Musik nach einer Vorlage wiederzugeben ist erlernbar. Das hat ist keine Frage des Talents, sondern eine Frage der Disziplin.
- Rhythmusgefühl? Das ist teilweise genetisch bedingt, also ein Talent. Ein Kind lernt leicht dazu, als Erwachsener ist das sehr mühsam. Wer es nicht (erlernt) hat, kann nach einem Metronom oder einem anderen Taktgeber spielen (üben). Die optische Alternative zu einem akustischen Taktgeber ist ein blinkendes Licht (die 1 in rot, der Rest in weiß) oder der mitlaufende Zeiger in der laufenden Partitur.
- Improvisieren? Auch das ist erlernbar. Die musikalische Bewegung geschieht in Mustern nach Regeln. Aber es gibt eine unscharfe Grenze zu Punkt 5.
- Sich in Musik ausdrücken? Ja, Musik als Kommunikationsmittel ist eine Form der Hochbegabung musikalischer Ausnahmetalente oder Virtuosen.
- Komponieren? Beethovens Genialität ist nicht erlernbar. Sein Name steht stellvertretend für viele andere Genies. Wer die Messlatte tiefer hängt, kann durchaus komponieren. Dabei hilft das Werkzeug, das im Vordergrund dieser Dokumentationsserie MusiXX steht: ein Notensatzprogramm, hier MuseScore.

Lernen mit MuseScore
MuseScore erlaubt das wiederholte Abspielen von einzelnen Takten in einer Endlosschleife in einem wahlfreien Tempo. Eine Komposition, ein Teil davon oder nur ein Lick studierst du durch permanentes Vorspielen ein, das du zeitgleich nachspielst. Das Tempo passt du deinen Möglichkeiten an, bis du da bist, wo du hin willst. Oder MuseScore dient als Rhythmusmaschine, die einen Schlagzeugtakt endlos spielt. Die mitlaufende Spielmarke bildet beim Abspielen eine optische Kontrolle, wo die 1 ist. Stört der Ton, schaltest du ihn stumm. Oder du nutzt gleich das Metronom.
Die Musikstücke notiert tolaris mit Noten, Tabulatur, Griffbrettdiagrammen und der tolaris Akkord Organisation als Reihenfolge von Halbtonschritten mit dem Grundton als Basis. Die tAO liefert nicht nur nebenbei ein Stück Musiktheorie, sie hilft die Logik des Griffbretts zu verstehen und ist eine Alternative zu den vielen unterschiedlichen Namen für denselben Akkord.
Die Musikstücke publiziert tolaris als ePubs für Lernende und als Wiki für Musiklehrer. tolaris ePubs gibt es in drei Klassen:
- als Ausgabe Xs ohne begleitende Erklärung, die Musikstücke liegen im druckfähigen A4-Format vor und sind mit der MuseScore-Cloud verlinkt. Vorspielen geht nur online. X steht für die laufende Nummer. Für die Anwendung mit dem Smartphone oder Tablett.
- als Ausgabe X mit begleitender Erklärung, aber ohne Links in das Musik: Lexikon. Die Musikstücke liegen als editierfähige MuseScore-Datei vor. Für die Anwendung am PC mit installiertem MuseScore.
- als Ausgabe X+ mit den Links in das integrierte Musik: Lexikon.
X+ kombiniert das Erlernen des Spiels mit dem spielerischen Erlernen der Musiktheorie. Nebenbei und ungezwungen, aber jederzeit möglich.
Was MuseScore nicht kann
MuseScore dient nicht zur Musikproduktion oder als Musikspieler, sondern als (nur!) Lehrer, der Notenwerte, Tonhöhen und Rhythmen exakt wiedergibt. MuseScore liefert eine musikalisch korrekte und sterile Vorgabe, das „Leben“ musst du den Musikstücken durch dein Spiel einhauchen. Das ist autodidaktisch möglich. In Kombination mit einem zweiten richtigen Musiklehrer bekommst du aber sofort eine Rückmeldung zu deinem Spiel und ggf. Korrekturen.
Wenn du es dir leisten kannst, kombiniere einen Musikehrer mit den Möglichkeiten, die MuseScore bietet.
